Zum Inhalt springen
B

TERRE DES FEMMES: Ausschreibung für die Evaluation des Projekts “CHAIN” zur Prävention von weiblicher Genitalverstümmelung und Früh-und Zwangsverheiratung, 6.9.

Ausschreibung für die Evaluation des Projekts “CHAIN” zur Prävention von weiblicher Genitalverstümmelung und Früh-und Zwangsverheiratung,
ko-finanziert von der EU unter dem Rahmen des Rights, Equality & Citizenship Programms

1. Auftraggeber

TERRE DES FEMMES –Menschenrechte für die Frau e.V.
Brunnenstraße 128
13355 Berlin
Tel.: 030/ 40 50 46 99 –26
E-Mail: fgm-eu@frauenrechte.de

2. Art der Vergabe

Öffentliche Ausschreibung

3. Form des einzureichenden Angebotes

In schriftlicher Form und in einfacher Ausführung.

4. Projektbeschreibung

4.1 Projektzeitraum

  1. September 2020–31. August 2022

4.2 Hintergrund

Das von der EU ko-finanzierte Projekt CHAIN widmet sich der Prävention von weiblicher Genitalverstümmelung (female genital mutilation –FGM) und Früh-und Zwangsverheiratung (early and forced marriage –EFM); zwei Formen von geschlechtsspezifischer Gewalt, die häufig ineinander verschränkt sind. Im Rahmen des Rights, Equality and Citizenship Programms der Europäischen Kommission koordiniert TERRE DES FEMMES das zweijährige Projekt und setzt dieses gemeinsam mit vier europäischen Partnerorganisationen – Action Aid International Italia, Equilibres et Populations, Save a Girl, Save a Generation sowie dem europäischen Netzwerk End FGM EU – um.

Nach der erfolgreichen Umsetzung der EU-geförderten CHANGE Projekte (2013-2020: CHANGE, CHANGE Plus undLet’s CHANGE) zur Abschaffung von weiblicher Genitalver-stümmelung in Europa, wird die Präventions- und Interventionsarbeit zu FGM fortgeführt und um Früh- und Zwangsverheiratung als geschlechtsspezifische Gewaltformen erweitert. Durch kontinuierliches Empowerment von betroffenen Communitys, durch Trainings, Capacity-Buildung und Sensibilisierung in Zusammenarbeit mit Communitys sollen Prävention, Schutz- und Unterstützungsmaßnahmen für Betroffene von FGM und EFM gefördert, institutionalisiert und weiter ausgebaut werden.

Die Partnerorganisationen in Italien, Deutschland, Frankreich, Spanien werden mit 32 Community Trainers zusammenarbeiten, um 96 Community Leader aus verschiedenen Diaspora-Communitys für die Themen FGM und EFM zu sensibilisieren und mit ihnen in einen Dialog zu treten. Hierdurch werden insbesondere betroffene und von FGM/EFM gefährdete Mädchen und Frauen gestärkt. Durch Aktivitäten in Communitys sollen mindestens 4.000 Menschen aus verschiedenen Diaspora-Communitys in Europa erreicht werden. Teil des Projekts wird auch eine Awareness-Kampagne sein, die zu den beiden Gewaltformen sensibilisiert und aufklärt.

Ein weiteres Hauptziel von CHAIN ist die Prävention, (Vor-)Sorge und Unterstützung von gefährdeten und betroffenen Mädchen und Frauen auf institutioneller Ebene. Dazu werden in Zusammenarbeit mit lokalen und nationalen AkteurInnen Interventionsketten entwickelt, die Handlungsanweisungen in Fällen von drohender oder bereits erfolgter Genitalverstümmelung und/oder Früh-/Zwangsverheiratung in Berlin, Madrid, Mailand und Paris festlegen. Diese Interventionsketten werden im Rahmen einer nationalen Konferenz vorgestellt und können so von anderen Regionen adaptiert werden. Außerdem bilden die geschulten Community Trainers europaweit 768 Fachkräfte aus Behörden, dem Gesundheits- und Sozialbereich fort und sensibilisieren diese für die Unterstützung und den Umgang mit Betroffenen und Gefährdeten. Um die Arbeit nachhaltig zu gestalten, soll im Rahmen des Projekts der Grundstein für ein europaweites Community-Netzwerk gelegt werden, das anschließend Möglichkeit zum Austausch und zur transnationalen Zusammenarbeit bietet.

Darüber hinaus finden bilaterale Lobbytreffen im Europäischen Parlament sowie eine internationale Konferenz in Brüssel statt, um auch die politische Ebene in den Diskurs zu FGM/EFM einzubinden sowie Forderungen und Bedarfe seitens der Communitys einzubringen.

5. Art und Umfang der Leistungen

Der externe Evaluationsprozess soll aus dem Projekt gewonnene Erfahrungen und Erkenntnisse zusammenzutragen, um so die Vorgehensweise bei der Bekämpfung von FGM und EFM durch Empowerment der Communitys, institutionelle Interventionsketten, die Ausbildung von Fachkräften und Advocacy-und Öffentlichkeitsarbeit zu verbessern. Der/die EvaluatorIn wird die Erhebungsmethoden in Absprache mit der Projektkoordination festlegen und umsetzen. Sowohl einEvaluationsbericht in englischer Sprache zu Beginn des Projekts (Baseline), nach Hälfte der Projektlaufzeit (Zwischenbericht), als auch zum Ende des Projekts (Abschlussbericht) soll erstellt werden.

Evaluiert werden sollen mindestens:

  • Konsortium-Meetings: Logistik, Tagesordnung, Moderation, Entscheidungspro-zesse, Zufriedenheit mit Ergebnissen und Entscheidungen
  • Ausbildung der Community Trainers: eine Erhebung zu Beginn des Projekts bezüglich Einschätzung, Vorerfahrungen und Erwartungen der Community Trainers; Evaluation der Trainingssessionsund Gesamtausbildung
  • Interventionsketten: Entwicklungsprozess der Interventionsketten, Einbezug unterschiedlicher AkteurInnen, Bedarfebeider Prävention von EFM und FGM sowie der Unterstützung von Betroffenen, kulturelle Sensibilität
  • Advocacy Meetings: Zielsetzung der Treffen, Zielgruppe, Kommunikation, Er-gebnisse, Einbindung der betroffenen Communitys
  • Trainings für Fachkräfte: Organisation, Relevanz/Qualität des Trainings, Auswir-kungen des Trainings auf die Fähigkeit der TeilnehmerInnen Opfer/Überlebende von FGMund EFMzu unterstützen sowie gefährdete Mädchen zu erkennen und zu schützen, offene Bedürfnisse und Bedarfe
  • Awareness-Kampagne: Entwicklung und Realisierung, Einbindung von betroffe-nen Communitys, Qualität des Inhalts, Reichweite/Erreichen der Zielgruppen
  • Abschlusskonferenz: Organisation, Relevanz, Qualitätvon Präsentationen, Austausch/Zusammenarbeit
  • Projektpublikationen: Erreichen der Zielgruppen, Inhalt/Qualität, Reichweite

Ziel der Evaluation ist eine Wirkungsanalyse (Outcomes, Impact) auf den oben genannten unterschiedlichen Ebenen.

Umsetzung innerhalb des Projekts:

Die Evaluationsstrategien und -methoden werden vor Projektbeginn gemeinsam von dem/der EvaluatorIn und der Projektkoordination festgelegt. Ingesamtsoll eine quantitative Erhebung durch qualitative Datenanalyse (bspw. durch semistrukturierte Interviews) ergänzt werden.

7. Ort der Leistungserbringung

Berlin und ggf. vier Reisen nach: Brüssel, Madrid, Mailand, Paris.

8. Teilnahmebedingungen/ Anforderungen an das Angebot

Es wird erwartet, dass folgende Erfahrungen mitgebacht werden:

  • Fundierte Erfahrungen in Evaluationsaufgaben und -methoden
  • Fundierte Erfahrungen mit Projekten in sensiblen Bereichen
  • Sehr gute Englischkenntnisse in mündlicher und schriftlicher Form, weitere Fremdsprachenkenntnisse (Französisch, Spanisch, Italienisch) von Vorteil
  • Interkulturelle Kompetenz
  • Erfahrungen mit EU-Projekten ist wünschenswert

Das schriftliche Angebot muss Folgendes enthalten:

  • Eine maximal fünfseitige Kurzskizze über die geplante Vorgehensweise (Konzept) mit Beschreibung der methodischen Vorgehensweise und der Instrumente
  • Eine Kostenaufstellung (zuzüglich gesetzlicher Mehrwertsteuer)
  • Eine Eigendarstellung der Bewerberin/des Bewerbers (m/w/d), einschließlich des Leistungsspektrums des Unternehmens sowie eine Aufschlüsselung der MitarbeiterInnenstruktur und Qualifikationen (bei Angeboten von Einzelpersonen: Lebenslauf)
  • Referenzliste mit Referenzschreiben

9. Zuschlagskriterien

Der Zuschlag erfolgt auf die Bieterin/den Bieter (m/w/d), deren Konzept die nachfolgenden Kriterien bestmöglich erfüllt.

  • Konzeptionelle Stärke: Vollständigkeit, Antizipation der Aufgabe, Schlüssigkeit des Zeitplans, Evaluationsmethode, Aussagekraft des Gesamtkonzepts (50%)
  • Erfahrungen mit ähnlichen Projekten (25%)
  • Preisangebot (25%)

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne telefonisch oder per E-Mail zur Verfügung.

Bitte senden Sie Ihre Bewerbungsunterlagen bis zum 6. September 2020 (Frist verlängert!) an die Projektkoordinatorin:
Charlotte Weil, fgm-eu@frauenrechte.de, Tel. 030/40504699-26.

Gesines Jobtipps sind handverlesen und für Jobsuchende sowie Arbeitgeber*innen kostenfrei. Und ich verdiene meinen Lebensunterhalt damit – durch freiwillige Zahlungen.

Bitte unterstütz mich mit einem Betrag Deiner Wahl. Danke! 

Veröffentlicht in Analyse / Forschung Evaluation / Qualitätsmanagement Konzeption Berlin und Umgebung NGO / Stiftung / Sozialunternehmen